Nennt es von mir aus „unplugTrump“, wie es im Fediverse heißt, wenn man einen US-Dienst ablöst. Aber MailChimp muss ich jetzt abschalten. Das geht ja gar nicht. Was ich da so in den letzten Wochen mitbekommen habe, kann ich einfach nicht mehr akzeptieren. Und nachdem, was ich gestern Abend erfuhr, muss ich mich tatsächlich aller schnellstens von dem US-Dienst verabschieden. Ich schaffe damit – und das ist das Gute – ein bisschen mehr Datensicherheit. Das ist doch dann auch was.
MailChimp, das geht so nicht
Ich weiß gar nicht, wann ich mit MailChimp angefangen habe. Wobei: Der erste Artikel zu dem Dienst hier im Blog stammt von 2013. Meine Güte, 12 Jahre lang fummle ich mit MailChimp rum. Zwischendurch hatte ich den auch mal abgeschaltet. Im Jahr 2018 hatte ich schon mal mit MailPoet als Alternative gespielt. Aber irgendwie war ich dann doch nicht so richtig zufrieden. So blieb es nun doch erstmal bei MailChimp. Aber es gibt so Sachen, die einfach mal nicht gehen.
Kann der Dienst mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung umgehen und damit die Daten meiner Abonnenten schützen? Nein. Ich bin froh, dass ich noch keinen Ärger dahingehend bekommen habe. Darüber hinaus sieht der Newsletter irgendwie so aus, als sei er halb kaputt. Oder der ganze Mist läuft auf einmal Amok. Nee, Freunde, das mache ich nicht mehr mit.
Zur Krönung gehört dann, dass das Zeug nicht mal mehr eigenständig ist, sondern zum Hersteller für Finanzsoftware Intuit gehört. Das Allerstärkste habe ich mir aber für den Schluss der Aufzählung aufgehoben. Denn ich erhielt eine Mail von MailChimp, in der es hieß, dass sie den klassischen „Kampagnen-Builder“ einstellen und man stattdessen in einen kostenpflichtigen Vertrag wechseln soll. Echt jetzt? Wollt ihr mich verarschen? Und deshalb kommt der alte Newsletter weg.
Tschüss, MailChimp – Hallo MailPoet
Ja, ich hab da schon vor langer Zeit mal rumgefummelt. Das ist ein Team, das in Frankreich stationiert ist. Im Gegensatz zu MailChimp läuft der MailPoet direkt hier im Blog, wenn ich ihn dann mal auf euch loslasse. Das heißt, dass die Daten nicht irgendwo auf irgendeinem Server in den USA liegen, sondern hier im Blog und damit – das ist sicher – auf einem Server nahe Leipzig. Die Infrastruktur zum Versand stellt dann aber MailPoet.
Ich kann alle meine Abonnenten mit insgesamt 1500 Emails jeden Monat nerven, und das würde mich nichts kosten. Und auch so ist es sinnvoll, sich mal hier zu belesen. Am Ende habe ich mir einfach mal eine Mail zusammengeklickt und hab die auf eine Meute von mir bekannten Email-Adressen losgelassen. Überall kamen die Mails an. Und so kann ich sagen, dass der MailPoet von vornherein funktioniert.
Jetzt werde ich in nächster Zeit die Email-Vorlagen bauen und das Anmelde-Formular platzieren und aktivieren. Und dann könnt ihr euch registrieren. Ich finde es schon richtig, dass eine Webseite einen Newsletter anbietet. Der muss nun aber tatsächlich nicht mehr von MailChimp kommen. Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass da so viel falsch gemacht wird und die dann zum Dank auch noch die Hand aufhalten. Nein, so geht das nicht.
Was wird mit den bisherigen Abonnenten?
Nachdem sich einige im Laufe der Zeit abgemeldet haben, sind im Moment rund 100 Abonnenten bei MailChimp übrig. Ich könnte jetzt natürlich alle ungefragt bei MailChimp exportieren und in MailPoet importieren. Aber damit würde ich mich – glaube ich – strafbar machen. Ich muss die Leute schon fragen. Am besten wird es wohl sein, dass ich im MailChimp nochmal was bastle, wo ich den Umzug ankündige und einen Abmelden-Button reinzaubere.
Wobei: Was mache ich mit Abonnenten, die die angegebene Email-Adresse nicht mehr nutzen? Dann wird es wohl das Beste sein, dass ich in einem gesonderten Newsletter schreibe: Melde dich bis dann und dann, dass du den neuen Newsletter erhalten willst. Wenn du dich nicht meldest, wird deine Email-Adresse gelöscht.
Oder wie würdet ihr das machen? Ich bin ja kein Jurist und weiß auch alles nicht so richtig. Ich hatte mal in einem Newsletter gefragt, und ein paar haben schon geantwortet, dass sie mit umziehen möchten. Was mache ich aber mit dem Rest? Jedenfalls ist doch dann hoffentlich das Thema Newsletter über MailChimp beendet. Das hat mich vielleicht Nerven gekostet. Ihr macht euch da echt kein Bild.
Ich weise einfach nochmal auf phpList hin: https://www.phplist.org/
Damit sparst Du Dir das manuelle Handling der Subscriber-Listen und das Gewurschtel mit Serien-Mails (das auch immer das Risiko beinhaltet, dass Du auf einer Spamliste landest). Die Software ist leicht selbst zu hosten, benötigt wenig Ressourcen und ist komfortabel zu bedienen. Es gibt für WP auch ein Plugin zum Abonnieren. OpenSource und selbst gehostet. Damit kannst Du Deinen Abonnenten garantieren, dass nur Du ihre Daten hast.
Deine Abonnentenliste kannst Du aus MailChimp als csv-Datei exportieren und komfortabel in phpList importieren.
Vielleicht schaust Du es Dir mal an.
Hallo Daniel,
naja, so ähnlich funktioniert doch der MailPoet. Der läuft auch nur im Blog. Ich habe da keine API zu irgendeinem Dienst gebaut. Und die Daten sind eben tatsächlich nur bei mir.
Die Subscriber-Listen sind in der Tat das Problem. Mir geht’s dabei nicht darum, ob ich die ex- und importieren kann. Denn das geht in jedem Fall. Mir geht’s darum, ob ich das darf. Deshalb dann meine Fragerei.
Ich nutze MailPoet in einer anderen Installation, sehr zufriedenstellend.
Zu den Abonnenten: Die haben ja nicht Chimp abonniert sondern deinen Newsletter. Und den können sie genau so gut über den Poeten erhalten. Es ist ja nur das Werkzeug, das sich ändert.
So gesehen, hast du natürlich Recht.
Ich habe in meiner kommenden Mail darauf hingewiesen, dass das die letzte in der aktuellen Form ist und man sich doch bitte neu registrieren soll. Und dann hab ich auf das neue Formular verlinkt.
Hintergrund ist: So werde ich auch „Karteileichen“ los. Ich vermute, dass es da Abonnenten gibt, die da gar nicht mehr mitmachen.